
Lohmar-Ort hat es wieder getan! Dieses Mal sogar pünktlich. Am Abend des 30. April verwandelte sich der Rathausplatz in eine Bühne für gelebte Tradition, beste Stimmung und eine gute Portion Selbstironie. Das Vereinskomitee Lohmar e. V. hatte zum Setzen des Ortsmaibaums geladen, und ganz Lohmar schien gekommen zu sein.
Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen versammelten sich zahlreiche Gäste: Ehrenmitglieder, Vertreter aus Politik und Vereinsleben sowie die beiden Bürgermeister Matthias Schmitz (Lohmar) und Guido Vierkötter (Neunkirchen-Seelscheid) gaben sich die Ehre. Kurz gesagt: Wer Rang, Namen oder einfach gute Laune hatte, war da.
Pünktlichkeit als heimlicher Star in den Abend
Ein kleines Augenzwinkern durfte nicht fehlen. Nachdem der Maibaum im vergangenen Jahr mit deutlicher Verspätung aufgestellt wurde, nämlich so spät, dass zwischenzeitlich sogar Gerüchte über eine spektakuläre „Klimakleber-Aktion“ kursierten, lief in diesem Jahr alles wie am Schnürchen. Verantwortlich dafür: Peter Klotz vom Ernte-Verein Donrath 1925 e. V.! Der war nicht nur überpünktlich, sondern führte auch mit geübter Hand und viel Erfahrung die Aufstellung des Baumes durch. Lohmar atmete kollektiv auf: Der Baum stand.
Für die passende musikalische Untermalung sorgte gekonnt das Lohmarer Blasorchester, das den Abend mit traditionellen und schwungvollen Klängen begleitete. Spätestens beim anschließenden Maiansingen wurde deutlich: Hier wird nicht nur gefeiert, hier wird Gemeinschaft gelebt.
Ein Moment für die, die immer da sind
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenauszeichnung „Ein Lohmarer“. Bürgermeister und Vereinskomitee ehrten in diesem Jahr Bernd „Benno“ Buhrandt. Einen Mann, der das Ehrenamt nicht nur ausübt, sondern verkörpert.
In der Laudatio wurde er als jemand beschrieben, der nicht fragt, ob Hilfe gebraucht wird, sondern längst mit anpackt, während andere noch überlegen. Einer, der organisiert, schleppt, moderiert – und am Ende auch noch aufräumt. Jemand, der sich nie in den Vordergrund drängt, aber überall gebraucht wird. Seit Jahrzehnten engagiert in mehreren Vereinen, bei unzähligen Veranstaltungen präsent und stets bereit, Zeit, Energie und sogar eigene Mittel einzubringen.
Oder, wie es treffend formuliert wurde: Ohne Menschen wie ihn wäre Lohmar nicht mehr als „eine Ansammlung von Häusern mit WLAN“ – mit ihm aber ist es Heimat.
Finale mit „Schmackes“
Den krönenden Abschluss lieferte die Band „Met Schmackes“ aus Sankt Augustin. Und der Name war Programm! Zweieinhalb Stunden ohne Pause, ein bunter musikalischer Mix und eine Energie, die selbst die letzten Reserven aktivierte. Es wurde getanzt, gesungen und gefeiert, bis auch der Letzte überzeugt war: So klingt ein gelungener Abend.
Fazit: Mehr als nur ein Maibaum
Was bleibt, ist mehr als ein aufgerichteter Baum. Es ist das Gefühl von Zusammenhalt, von gelebter Tradition und davon, dass Ehrenamt keine Randnotiz ist, sondern das Fundament einer lebendigen Gemeinschaft.
Oder anders gesagt: Der Maibaum steht. Die Stimmung war großartig. Und Lohmar hat einmal mehr gezeigt, wie man Tradition mit Herz, Humor und einer ordentlichen Portion „Schmackes“ feiert.